Ich reise.
Auf Messen, in kleine Werkstätten, in Hinterhof-Studios. Portugal, Marokko, Dänemark, Norddeutschland – überall, wo es etwas Schönes zu entdecken gibt.
Der Name kommt aus der Bibel — Martha und Maria, die ungleichen Schwestern aus Bethanien. Eine tut, eine genießt. Beide gehören zusammen. Mein Laden in der Wismarer Fischerreihe ist mein Versuch, beiden Platz zu geben.
Zwei Schwestern aus Bethanien.
Martha und Maria stehen im Lukas-Evangelium (Lukas 10, 38–42). Als Jesus zu Besuch kommt, läuft Martha umher und sorgt um vieles. Maria setzt sich zu seinen Füßen und hört einfach zu. Eine arbeitet, eine ist da. Jesus sagt: „Eines ist nötig. Maria hat den guten Teil erwählt.“
Beide haben hier ihren Platz.
Die Geschichte begleitet mich, seit ich denken kann. Sie erzählt nicht von richtig oder falsch, sondern von zwei Lebenshaltungen, die wir alle in uns tragen. Im Laden mache ich die Martha-Arbeit — kuratiere, packe aus, sortiere, schreibe Karten. Damit du, wenn du reinkommst, die Maria sein darfst: innehalten, schauen, riechen, anfassen. Genieße die kleinen Dinge im Leben.
Es begann am Küchentisch.
2024 war es ein leerstehender Laden in der Fischerreihe und eine Skizze auf einer Serviette. Heute stehe ich fast jeden Tag dort, gehe noch immer früh los und schließe spät — und freue mich jedes Mal, wenn jemand reinkommt.
Ich kaufe nicht nach Katalog.
Jedes Stück, das bei uns steht, habe ich selbst in der Hand gehabt. Ich reise zu Manufakturen, suche auf Messen nach Marken, die ich noch nicht kenne, und sage freundlich „nein, danke“ zu allem, das mich nicht berührt. Das dauert länger. Lohnt sich aber.
Eines ist nötig. Maria hat den guten Teil erwählt. — Jesus zu Martha
Vier Schritte, die ich mir für jedes Stück nehme – egal wie klein.
Auf Messen, in kleine Werkstätten, in Hinterhof-Studios. Portugal, Marokko, Dänemark, Norddeutschland – überall, wo es etwas Schönes zu entdecken gibt.
Nichts kommt ins Sortiment, das ich nicht selbst gern zuhause hätte. Ich sage oft „nein, danke“ – und bin selbst überrascht, wie viel das ausmacht.
Jedes Stück wird per Hand ausgepackt, ausgepreist und ins Regal gestellt. Ohne Plan, aber mit Auge. Verschoben, bis es sich richtig anfühlt.
Wenn jemand vorbeikommt und genau das findet, was er gesucht hat – ohne es gewusst zu haben. Das ist der Moment, für den ich das alles mache.
Eine Stadt aus Backstein und Wasser, mit Wind in den Gassen und Geschichte in den Häusern. Hier fühlt sich mein Sortiment richtig an.
Martha's & Maria's — Fischerreihe 3, Wismar — geöffnet Di–Sa — gemacht in der Welterbe-Altstadt, mit Liebe für die kleinen Dinge.